Der ehemalige Weißeritzkreis

Der Weißeritzkreis im deutschen Bundesland Sachsen bestand vom 1. August 1994 bis zum 1. August 2008. Er umfasste gut 766 km² und in ihm wohnten 120.000 Menschen. Verwaltungssitz war die Große Kreisstadt Dippoldiswalde. Die nahe der Grenze zur Tschechischen Republik gelegene Stadt wurde im 12. Jahrhundert gegründet und war ein Zentrum des regionalen Bergbaus.

Auf dem ehemaligen Kreisgebiet befinden sich acht Städte und acht Gemeinden.
Die größte Stadt ist mit gut 40.000 Einwohnern Freital. Die Stadt ist keine gewachsene Kommune, sondern setzt sich aus mehreren, früher selbständigen Gemeinden – Deuben, Döhlen und Potschappel – zusammen, die sich erst 1921 zu „Freital“ vereinigten.

Im Gebiet des Weißeritzkreises lag auch die an dem Bach „Wilde Sau“ gelegene Stadt Wilsdruff. Von internationaler Bekanntheit ist die Uhrenstadt Glashütte. Der Bergbau beherrschte jahrhundertelang die wirtschaftliche Entwicklung der Stadt, wurde jedoch Ende des 19. Jahrhunderts eingestellt. Den Ruf Glashüttes als Uhrmacherstadt begründete Ferdinand Adolph Lange, der sich dort 1845 niederließ. Weitere Hersteller von Chronographen siedelten sich an und machten die Stadt als Herstellungsort hochwertiger Uhrwerke bekannt. Zu erwähnen ist auch die vom Wald geprägte Stadt Tharandt, die berühmt ist für ihre Forsthochschule, die heute zur Technischen Universität Dresden gehört.
Des weiteren umfasste der Kreis drei Verwaltungsgemeinschaften, also Zusammenschlüsse von Gemeinden zur effizienteren Bewältigung kommunaler und öffentlicher Aufgaben. So bilden Pretzschendorf und Hartmannsdorf-Reichenau die Verwaltungsgemeinschaft Pretzschendorf mit insgesamt 5.400 Einwohnern. In der Verwaltungsgemeinschaft Altenberg (mit Hermsdorf im Erzgebirge) wohnen gut 10.000 Menschen. Schließlich haben sich auch Tharandt und Dorfhain zusammen geschlossen, um die Verwaltungsaufgaben in ihren von 6.700 Menschen bewohnten Gemarkungen besser erledigen zu können.

Der Name des ehemaligen Weißeritzkreises leitet sich von zwei Flüssen, der Roten und der Wilden Weißeritz ab. Die beiden Flüsse fließen bei Freital zusammen, und die Vereinigte Weißeritz mündet schließlich in Dresden in die Elbe. Ein bedeutendes Gewässer ist die Talsperre Malter, die als Naherholungsgebiet genutzt wird. Prägend für die Landschaft sind ausgedehnte Waldgebiete, allen voran der Tharandter Wald, aber auch die Dippoldiswalder Heide. Zudem umfasste der Weißeritzkreis mehrere Naturschutzgebiete wie das Georgenfelder Hochmoor und der Rabenauer Grund.

Der Weißeritzkreis existierte nur vierzehn Jahre. Er wurde 1994 aus den Landkreise Dippoldiswalde und Freital gebildet. Er gehörte dann zum Regierungsbezirk Dresden, einem von drei Regierungsbezirken des Freistaates Sachsen. Er umfasste acht Landkreise, neben dem Weißeritzkreis auch die Kreise Bautzen, Meißen und die Sächsische Schweiz sowie die kreisfreien Städte Dresden, Görlitz und Hoyerswerda. Mit 1,6 Millionen Einwohnern war er der größte Regierungsbezirk Sachsens. Seine Fläche betrug knapp 8000 km².
Die zweite Gebietsreform des Freistaates Sachsen, die am 1. August 2008 in Kraft trat, beendete die Eigenständigkeit des Weißeritzkreises. Dieser wurde mit dem Landkreis Sächsische Schweiz zusammengelegt und ging somit in den Landkreis Sächsische Schweiz-Osterzgebirge über.

Quelle:
http://www.saechsische-schweiz-osterzgebirge.de/