Landkreise in Deutschland

In Deutschland sind Landkreise Formen der kommunalen Verwaltungsgliederung. Sie sind Gemeindeverbände und Gebietskörperschaften oberhalb der Ebene von Gemeinden und unterscheiden sich von Stadtkreisen. Zu seinen Selbstverwaltungsaufgaben gehören Angelegenheiten der kreisangehörigen Gemeinden, die über die administrativen und finanziellen Möglichkeiten der Einzelgemeinde hinaus gehen. Dazu gehören Krankenhäuser, Pflegeheime, soziale Einrichtungen und Institutionen der Jugendfürsorge und Jugendwohlfahrt. Des weiteren stehen in der Verantwortung der Kreise weiterführende Schulen. Auch die Einrichtung und Pflege von Naturparks gehört zur Selbstverwaltung der Kreise. Die Verwaltung des Straßenverkehrs und der Landesstraßen sowie Jagd- und Passbehörden zählen zu den Fremdverwaltungsaufgaben der Kreise. In ihre Zuständigkeit fällt die Organisation und Verwaltung des öffentlichen Personennahverkehrs. Sie prüfen den Anspruch ihrer Bürger auf Sozialleistungen, verantworten in den Kreisen das Rettungswesen und den Brand- beziehungsweise Katastrophenschutz, die Zulassung zum Führerschein und organisieren die Abfallbeseitigung.

Auf Grundlage des Artikels 28 des deutschen Grundgesetzes besitzen sie eine Doppelnatur. Auf der einen Seite sind sie staatliche Verwaltungseinheiten, durch die die Staatsgewalt von oben nach unten weitergereicht wird. Auf der anderen Seite stellen sie partiell selbständige Körperschaften dar, die mir einem Selbstverwaltungsrecht versehen sind. Im einzelnen ist die Rechtsstellung der Landkreise in Kreisverfassungen geregelt. Deren Grundlage bilden wiederum die Landkreisordnungen der einzelnen Bundesländer.
Das oberste Organ der Landkreise ist der Kreistag, der regelmäßig, auf vier bis sechs Jahre, von den Bürgern des Kreises gewählt wird. Die meisten Kreise verfügen über einen Kreisausschuss, dem, je nach Bundesland, mehr oder weniger große exekutive Kompetenzen beikommen. Der Chef der Verwaltungsorganisation ist der Landrat. Dieser wird entweder von den wahlberechtigten Bürgern direkt, oder durch den Kreistag gewählt.

Die Landkreise finanzieren sich über eigene Beiträge und Gebühren. Hinzu kommen Finanzzuweisungen des jeweiligen Bundeslands und die Kreisauflage, die von den Gemeinden bezahlt wird. Die Kreisumlage bezweckt einen Finanzausgleich, so dass die Leistungskraft der Gemeinden innerhalb eines Kreises nicht allzu sehr variiert.
Nach Fläche und Zahl der Einwohner sind die deutschen Landkreise sehr verschieden. Der flächenmäßig größte Kreis, der Landkreis Mecklenburgische Seenplatte, liegt im Bundesland Mecklenburg-Vorpommern. Die meisten Einwohner haben die Kreise Hannover (Niedersachsen), Recklinghausen, Rhein-Sieg, Aachen (alle Nordrhein-Westfalen) und der Rhein-Neckar-Kreis (Baden-Württemberg). Der flächenmäßig kleinste Kreis ist der hessische Main-Taunus-Kreis und der einwohnerärmste Landkreis ist mit Lüchow-Dannenberg in Niedersachsen gelegen.

http://www.landkreistag.de/